Systemischer Ansatz

Neben der Psychoanalyse und Verhaltenstherapie ist der systemische Ansatz der am weitesten verbreitete und praktizierte Therapie- und Beratungsansatz. Er beschreibt eine besondere Perspektive auf menschliches Handeln, bei der die Wechselwirkungen sowie die Dynamik sozialer Prozesse berücksichtigt werden. Aus dieser Perspektive resultiert eine eigene therapeutische und beraterische Herangehensweise und Haltung. 

 

Eine Besonderheit des systemischen Arbeitens ist die wertschätzende, ressourcenorientierte (nicht-defizitäre) Betrachtung des Individuums. Dem systemischen Ansatz nach passen sich Systeme ihrer Umwelt an, um einen funktionalen Gleichgewichtszustand herzustellen (Homöostase) - auch dann, wenn die Aufrechterhaltung des Gleichgewichtszustand bei ungünstigen Verhaltensmustern persönliches Leid zur Folge haben kann. Die systemische Therapie zielt nicht darauf ab, von außen gesteuerte Veränderungen herbeizuführen. Stattdessen werden Impulse in Form von Fragen und Anregungen in das System zu geben, wodurch es in Bewegung kommt und neue Ansichten und Verhaltensweisen entstehen.